28,15,0,50,1
1,600,60,1,5000,1000,20,2000
90,300,1,50,12,25,50,1,70,12,1,50,1,1,1,5000
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Marktplatz in Lemberg Foto: Thomas Reck
Marktplatz in Lemberg
Marktplatz in Lemberg
Jüdischer Friedhof in Brody Foto: Thomas Reck
Jüdischer Friedhof in Brody
Jüdischer Friedhof in Brody
Herrengasse. Foto: Thomas Reck
Herrengasse in Czernowitz
Herrengasse in Czernowitz
Universität Czernowitz Foto: Thomas Reck
Universität Czernowitz
Universität Czernowitz
Fußgängerzone Iwano Frankiwsk Foto: Thomas Reck
Fußgängerzone Iwano Frankiwsk
Fußgängerzone Iwano Frankiwsk
Krokodilgasse Drohobytsch Foto: Thomas Reck
Krokodilgasse Drohobytsch
Krokodilgasse Drohobytsch
Mariä-Geburt-Kirche in Kryworiwnja. Foto: Sofia Onufriv
Mariä-Geburt-Kirche in Kryworiwnja
Mariä-Geburt-Kirche in Kryworiwnja
Auf dem Howerlagipfel. Foto: Sofia Onufriv
Auf dem Howerlagipfel
Auf dem Howerlagipfel
Potocki Palais in Tultschyn. Foto: Roberta Wirminghaus
Potocki Palais in Tultschyn
Potocki Palais in Tultschyn
Ternopil Foto: Thomas Reck
Ternopil
Ternopil
Blick auf den Hafen. Foto: Thomas Reck
Blick auf den Hafen in Odessa
Blick auf den Hafen in Odessa
Puschkin am Meeresboulevard Foto: Thomas Reck
Puschkin am Meeresboulevard in Odessa
Puschkin am Meeresboulevard in Odessa
Isaak Babel mit Bewunderer. Foto: Thomas Reck
Isaak Babel mit Bewunderer in Odessa
Isaak Babel mit Bewunderer in Odessa
Majdan. Foto: Thomas Reck
Maidan
Maidan
Bulgakowhaus am Andreashang Foto: Thomas Reck
Bulgakowhaus am Andreashang in Kiew
Bulgakowhaus am Andreashang in Kiew
Maidan 2018 bei Nacht. Foto: Thomas Reck
Maidan 2018 bei Nacht
Maidan 2018 bei Nacht
Denkmal in Babyn Jar Foto: Thomas Reck
Denkmal in Babyn Jar
Denkmal in Babyn Jar
Mahnmal in Drobizkij Jar. Foto: Sofija Onufriv
Mahnmal in Drobizkij Jar
Mahnmal in Drobizkij Jar
Derschprom. Foto: Sofija Onufriv
Derschprom in Charkiw
Derschprom in Charkiw

Krieg gegen die Ukraine

Wir sind schockiert über Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine

 

♥ UKRAINE ♥

Liebe Reisefreundinnen und Reisefreunde,

wir sind schockiert und fassungslos angesichts des brutalen Angriffskriegs, den Putins Russland gegen die Ukraine führt. Wir sind in Gedanken und mit Sorgen bei unseren Partnerinnen und Partnern in der Ukraine: in Lwiw/Lemberg, Odessa, Czernowitz, Kyjiw, Charkiw, Iwano-Frankiwsk, Uschhorod, Ternopil, Schytomyr.

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STIMMEN ZUM KRIEG 2024

Stimmen von EOL-ReiseleiterInnen zum Krieg gegen die Ukraine

Aufgezeichnet Ende Februar 2024

Halyna Tomkiw, EOL-Reiseleiterin in Lemberg

Liebe EOL-Freunde,

danke für die Nachfrage. Ich bin mit meiner Familie in Lemberg. Es geht uns hier den Umständen entsprechend gut. Luftalarm gibt es jeden Tag, aber die Angriffe sind im Vergleich mit den anderen Regionen eher selten. Doch es gibt sie. Dann bleibt uns nichts anderes übrig, als zu beten und auf das Luftabwehrsystem zu hoffen.

Die Kinder gehen wieder offline in die Schule. Wenn die Luftschutzsirenen ertönen, gehen sie in den Schutzkeller und lernen oder schreiben ihre Kontrollarbeiten auf dem Schoss weiter. Selbst hier, 1000 km vom Kampfgebiet entfernt, ist der Krieg präsent. Jeden Tag werden Soldaten beerdigt und unser Soldatenfriedhof wird mit jedem Tag größer.

Verwandte, Familienangehörige, Freunde und Bekannte werden eingezogen. Wer von Ihnen in Lemberg war, kennt Dima Budow von der jüdischen Gemeinde, der die jüdische Führung gemacht hat. Er wurde eingezogen und ist jetzt bei den Luftsturmtruppen der Streitkräfte der Ukraine. Dima ist ein sehr sensibler Mensch, aber auch solche Leute sind nun gezwungen, zur Armee zu gehen.

Ich arbeite weiterhin für die Renate Merkle Stiftung und begleite zurzeit einige Projekte. Nicht zuletzt, weil Sie alle so fleißig gespendet haben, wofür ich mich ganz herzlich bedanken möchte. Flüchtlingsheime, Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen, Entbindungsstationen für Frühgeborene, Kulturzentren, mobile Spitale –das sind die Projekte, die ich im letzten Jahr betreut habe.

Meine Reisegruppen fehlen mir sehr. Ich weiß, dass der Krieg lang sein wird. Ich weiß aber auch, dass der Tag kommen wird, an dem ich sagen werde: „Ich möchte sie im Namen von EOL herzlich willkommen heißen“.


Tetjana Bereschna, EOL-Reiseleiterin in Czernowitz

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich freue mich sehr, alle Leserinnen und Leser aus Czernowitz grüßen zu können.

Einige waren schon in meiner Stadt, andere noch nicht. Aber ich hoffe, dass die Zeit kommen wird und Sie zu uns kommen können. Ich habe vor dem Krieg in dieser einzigartigen Stadt gelebt und lebe auch während des Krieges in ihr. Meine Familie hat sie nicht verlassen als der Krieg begann. Nur meine älteste Enkelin, die vor dem Krieg in Butscha lebte, wohnt jetzt in Deutschland. In ihrer Wohnung sind Fenster und Balkontüren noch immer von der Druckwelle zerstört. Sie sind mit Folie abgeklebt und warten auf Reparatur, denn anderen geht es schlechter.

Czernowitz ist auch heute noch eine einzigartige Stadt. Wir sind die einzige Region in der Ukraine, in der es keine Raketen- und Drohnenangriffe gab, keinen Luftalarm. Aber die große Zahl an Menschen, die gezwungen war zu uns zu kommen, erinnert an den Krieg.

Gleichwohl ist der Krieg auch bei uns in jedes Haus gekommen. Aus meiner Familie sind der Onkel und Patenvater meiner Schwiegertochter an der Front. Mein Sohn hat drei minderjährige Kinder, weshalb er vom Dienst befreit ist. Er betätigt sich aber als Volontär, während seine Freunde an der Front sind. Sogar aus Polen, Spanien und Portugal sind sie zurückgegehrt, wo sie in den letzten Jahren lebten, um die Ukraine zu verteidigen. Einige sind bereits gefallen, andere zu Invaliden geworden, so wie Andriy.

Andriy kam aus Spanien zurück und war seit dem erste Kriegstag an der Front. Vor einem Monat trat er auf eine Landmine. Jetzt fehlen ihm beide Beine, ein Arm und ein Auge. In der Ostukraine hatte er vor einiger Zeit ein Mädchen aus einem brennenden Haus gerettet. Sie heirateten und bekamen ein Baby, das heute sechs Monate alt ist. Andriy wartet nun auf Prothesen und möchte seinem Sohn und seiner Frau noch lange nahe sein. Sie leben jetzt in Czernowitz.

Mit Dankbarkeit erinnere ich mich an die Zeit, als EOL-Gruppen die Stiftung „New Family“ in Czernowitz besucht haben. Viele der Reisenden wurden Freunde der Stiftung und unterstützen uns auch jetzt, da wir mit den Flüchtlingen einen weiteren Arbeitsbereich hinzubekommen haben.

Schon in den ersten Tagen des Krieges begannen wir, den Neuankömmlingen zu helfen. Der endlose Strom verängstigter Menschen und Tiere wird mir immer in Erinnerung bleiben. Leere, leblose Augen von Müttern, die sich mit ihren Kindern an der Hand auf den Weg zu einem unbekannten Ziel begaben. Seit Monaten hatten sie ihre Zimmer in den Flüchtlingsheimen nicht verlassen. Es fehlte ihnen an Kraft, der Vergangenheit zu entfliehen und an die Gegenwart zu denken.

Wir kümmerten uns um ihre Kinder, suchten nach Geld und renovierten die Zimmer, Toiletten und Duschen. Wir kauften Süßigkeiten und Wasserkocher, Taschenlampen und Heizungen, Spiele und Fernsehgeräte. Wir besorgten mit dem gesammelten Geld Waschmaschinen und Kühlschränke, Bettwäsche und Geschirr, Pampers und Arzneimittel, Babynahrung und Futter für die Haustiere. Wir leiten Hilfslieferungen aus dem Ausland weiter an die Ärzte und Soldaten im Fronteinsatz und in andere Städte, die unter dem Kriegsgeschehen leiden: Mykolajiw, Charkiw, Odessa. Und wir überleben.

Jeder Tag beginnt und endet mit Nachrichten über Tod und Zerstörungen. Wir aber leben weiter. Sie wollen uns zu Boden werfen, aber sie wussten nicht, dass wir Samen sind, sagt das Sprichwort. Wir können uns verteidigen und das ist in bedeutendem Maße das Verdienst unserer Freunde und Partner, denen wir unendlich dankbar sind. All unsere soeben beschriebenen Aktivitäten sind das Ergebnis eines gemeinsamen Engagements. Gemeinsam sind wir stark!

Wir tun alles, was uns möglich ist, um unserem Land zum Sieg zu verhelfen und endlich wieder in Frieden leben zu können. Wir machen weiter, jeder dort, wo er kann. Wir sehen, hören, lesen und spüren Eure Unterstützung. Dafür sind wir dankbar – und werden dankbar sein, wenn der Friede erkämpft ist. Stand with Ukraine!


Halyna Petrosanjak, EOL-Reiseleiterin in Transkarpatien

Liebe Freundinnen und Freunde der Ukraine,

in den letzten zwei Jahren des grossen russischen Angriffskrieges haben die geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland viel Unterstützung und Solidarität erlebt. Sicher auch von Ihnen, weil Sie sich für die Ukraine interessieren und die historischen und kulturellen Herausforderungen der Ukraine gut verstehen. Für Ihre Unterstützung und Solidarität möchte ich mich bei Ihnen herzlich bedanken.

In den letzten zehn Jahren kämpfte die Ukraine nicht nur um ihr Territorium. Es ist ein antikolonialer Kampf für die eigene Identität, Sprache und Kultur. Im Februar 2022 hat der russische Imperialismus offen sein hässliches Gesicht gezeigt. Eigentlich jedoch dauert der russische Krieg gegen die Ukraine schon seit Jahrhunderten: In unserer Geschichte gab es das schon mehrmals, dass die ukrainische Sprache in der Ukraine verboten war. Ein Beispiel: Der russische Zar Alexander II. hat 1876 im deutschen Bad Ems einen Erlass darüber verabschiedet.

Das Erste, was die russischen Besatzer auf den besetzten Gebieten tun, ist Folgendes: Sie ersetzen die ukrainischen Tafeln mit den Namen der Städte und Dörfer durch russische, verbrennen ukrainische Bücher, plündern Museen, zerstören Denkmäler und andere Kulturgüter. Sie zwingen Lehrerinnen und Lehrer, ihre Schülerinnen und Schüler auf Russisch zu unterrichten. Sie verfolgen und foltern die Menschen, die Ukrainisch sprechen. In ihrem Programm steht die „Entnazifizierung“, was nichts anderes bedeutet als sie die ukrainische Kultur auslöschen zu wollen.

Ich bin mir sicher, dass das dem russischen Ungeheuer nicht gelingen wird. Mit Ihrer Unterstützung befreit die Ukraine die Welt vom russischen Imperialismus. Ich hoffe auf unser Wiedersehen in der befreiten Ukraine.


Valentyna Seljuk, EOL-Reiseleiterin in Odessa

Guten Tag, liebe Freunde!

Mein Text könnte Eure Kunden betrüben. Der Februar ist ein tragischer Monat in der jüngsten Geschichte der Ukraine. Im Februar 2014 fanden der Maidan statt, die Himmlische Hundertschaft und die Okkupation der Halbinsel Krim. Am 24.Februar 2022 hat Russland die Ukraine überfallen. Es gibt viele Reportagen deutscher Journalisten aus unserer Stadt. Odessa lebt, kämpft und nimmt Binnenflüchtlinge auf.

Meine Freunde sind im Ausland oder im Westen der Ukraine: Die beste Freundin arbeitet jetzt im polnischen Konsulat in Lwiw, zwei sind in Deutschland, eine in Spanien. Aber ich habe viele neue Gleichgesinnte kennengelernt. In einer Gruppe arbeite ich fast jeden Tag an Tarnnetzen. 527 haben wir bereits für die Front hergestellt. In dieser Gruppe sind zwei Frauen aus Cherson, eine aus Kachowka, zwei aus Luhansk. Ich möchte, dass diese Frauen sich in Odessa wohlfühlen. Wir unternehmen ab und zu Stadtbummel und besuchen das Theater. Am Mittwoch waren wir im Ballett- und Operntheater, wo die Premiere von „Der Tango aus Feuer und Eis“ stattfand. Die Musik ist von Maurice Ravel und Astor Piazzolla. Wir waren begeistert. Ab und zu brauchen wir Entspannung, um den eigenen „Akku“ aufzuladen. Dann fahren wir frühmorgens ans Meer, um den Sonnenaufgang zu genießen.

In der Nacht gab es wieder Raketen- und Drohnenangriffe. Achttausend Raketenangriffe und viertausendfünfhundert Drohnenangriffe waren es in den vergangenen zwei Jahren. Ich bedanke mich bei Euch für die Solidarität und Unterstützung und wünsche eine gute Saison!


Ruslan Iwanytskyj, EOL-Reiseleiter in Kyjiw

Liebe EOL-Freund*innen,

herzlichen Dank für Eure Mail! Es ist immer angenehm, wenn man ein Zeichen aus dem „früheren“ Leben erhält. Der brutale russische Krieg gegen die Ukraine hat mein Leben sowie das Leben von Millionen anderer Ukrainer*innen in ein „Früher" und ein „Jetzt“ geteilt. Ich bleibe die ganze Zeit in meinem Haus bei Kyjiw, wo ich zusammen mit meiner Schwiegermutter lebe. Der Rest unserer Familie ist durch den Krieg auf der ganzen Welt zerstreut. Meine Frau, meine Tochter und mein Sohn sind alle in verschiedenen Ländern. Aber wir nutzen die modernen Kommunikationstechnologien, dank derer wir nicht nur täglich miteinander kommunizieren, sondern manchmal sogar Brettspiele spielen. Das hilft uns sehr, die Familie zusammenzuhalten.

Die Organisation, für die ich tätig bin, arbeitet noch seit dem Beginn von Corona online, das heißt, dass ich bereits seit vier Jahren von zuhause arbeite! Aber es gibt viel zu tun und das tröstet.

Ich versuche mich in einer guten physischen Form zu halten, denn ich kann jederzeit in die Armee einberufen werden. Momentan bin ich noch in Reserve. Wie viele andere Ukrainer*innen spende ich regelmäßig für die ukrainische Armee, weil wir in diesem ungerechten und grausamen Krieg unbedingt gewinnen müssen. Sonst wird es keine Ukraine mehr geben.

Aber es geht nicht nur um die Ukraine. Der Feind würde nicht an der ukrainisch-westlichen Grenze stehenbleiben, sondern weiter nach Westen vordrängen. Ich bin mir nicht sicher, ob das demokratische Europa die Flut der russischen Brutalität und Grausamkeit überleben und imstande sein würde, starken Widerstand zu leisten. Das wollen wir lieber nicht zulassen und nicht überprüfen. Wir müssen alle zusammen den Feind hier stoppen und die nächsten Generationen von der Gefahr des Totalitarismus bewahren.

Ich wünsche uns allen, liebe EOL-Freund*innen, dass wir in absehbarer Zukunft unsere schönen Reisen in die Ukraine fortsetzen!


Marija Iwanytska, EOL-Reiseleiterin in Kyjiw und Podolien-Wolhynien

Liebe EOL-Freunde,

wie schade, dass schon seit einigen Jahren keine Studienreisen mehr in die Ukraine möglich sind. Nach der Corona-Krise kam eine noch größere Gefahr in unser Haus und jetzt macht der grausame Krieg unseres aggressiven Nachbarn jede Ecke der Ukraine gefährlich. Nicht nur für Reisende, sondern auch für ihre Bewohner.

Ich danke herzlich allen, die mir in den ersten Tagen der großflächigen Invasion geschrieben haben, um ihre Unterstützung auszudrücken, ich danke für Ihre Hilfe für die Ukraine, Ihre Spenden, Ihre Anteilnahme! Ohne Sie und viele andere Menschen der freien demokratischen Welt hätte wohl die Despotie eine Hälfte unseres Landes geschluckt, um uns auf die Knie zu zwingen und so der Welt die eigene Stärke zu demonstrieren.

Was habe ich in diesen zwei Jahren gemacht? Ich habe zuerst geholfen, Verbandsmaterial für die Front zu besorgen und aus riesigen Mullrollen Tupfer zu machen – es gab in den ersten Wochen ein großes Defizit. Ab April 2022 habe ich wieder unterrichtet, da nach einer kurzen Schock-Phase die Universitäten die Lehre fortgesetzt haben, wenn auch nur online. Für unsere Studierenden, die aus gefährdeten Orten geflüchtet waren, habe ich versucht, eine Förderung bei unseren deutschen Partneruniversitäten zu finden. Und es hat funktioniert: Unsere Partner haben Ressourcen aufgetan, um mehrere Studierende als Stipendiaten aufzunehmen.

Zudem habe ich Interviews für deutschsprachige Medien gegeben, in denen ich versuchte zu erklären, dass die Wurzeln des russischen Kriegs gegen die Ukraine Jahrhunderte zurückreichen. Zugleich aber wahr mir bewusst, dass Deutschland und Österreich viele russische Narrative über die Ukraine übernommen haben, dass die deutsche Slawistik, osteuropäische Geschichte und Kulturwissenschaft ziemlich russozentrisch waren. Eben deswegen habe ich eine nicht leite Entscheidung getroffen und bin der Einladung einer deutschen Kollegin nach Tübingen gefolgt. Mein Anliegen ist es, den Deutschen die Ukraine aus erster Hand zu erklären und die ukrainische Kultur und Wissenschaft präsenter zu machen – eigentlich genau das, was ich auch in der Zeit tat, als ich EOL-Reisen leitete.

Ich habe ein Marie-Skłodowska-Curie-Stipendium erhalten und bin zurzeit als EU-Forscherin an der Universität Tübingen tätig. In Rahmen dieses Stipendiums recherchiere ich zum Bild der Ukraine, das durch Literaturübersetzungen und literaturwissenschaftliche Texte in Deutschland herausgebildet wurde. Ich trete mit Vorträgen auf Tagungen auf, halte Vorlesungen für Studierende, schreibe wissenschaftliche Artikel und nehme an Veranstaltungen zur Ukraine teil.

Im vorigen Jahr haben wir in Kooperation mit unserer Partneruniversität in Bochum das Büchlein „Mein ukrainisches Lieblingswort“ herausgegeben. Da finden Sie Beiträge von ukrainischen Studierenden, die Ihnen nicht nur Einblicke in die ukrainische Sprache bieten, sondern auch unsere Weltsicht offenbaren, unseren Wunsch, in Frieden zu leben – aber als freies Volk. Wir hoffen, dass dieser Wunsch mit Ihrer Hilfe in Erfüllung geht.

STIMMEN ZUM KRIEG 2022

Stimmen von EOL-Reiseleiterinnen zum Krieg gegen die Ukraine

Aufgezeichnet Anfang Mai 2022

Halyna Tomkiw, EOL-Reiseleiterin in Lemberg

In Lemberg ist soweit alles gut (wenn man das so sagen kann). Wir erleben mehrmals täglich die Luftalarm-Sirenen und ein paar Mal gab es tatsächlich Raketenangriffe. Die Stadt ist voll mit Flüchtlingen aus den östlichen und südlichen Gebieten. Die Flüchtlinge aus Kiew sind wieder zu Hause.

Ich bin die ganze Zeit mit den Stiftungsprojekten beschäftigt (Renate-Merkle-Stiftung), die einige neue Projekte auch dank der Spenden von EOL-Reisenden realisieren kann. Einen herzlichen Dank von mir und von allen hier, die diese Hilfe bekommen haben und noch bekommen werden.

Bis jetzt haben wir schon einige Male Medikamente in die lokalen Krankenhäuser und Verbandsmaterial und Feldbetten an die mobilen Spitäler geliefert. In Lemberg haben wir der Entbindungsstation mit den Medikamenten geholfen und sind dabei, zwei Reha-Stationen für Frühgeborene auszustatten. Wir haben mehrere Erste-Hilfe-Sets für die Soldaten gekauft.

Wir kauften Generatoren für die befreiten Orte und Gaskocher mit Kartuschen für die Soldaten, besorgten Schlafsäcke und Essen für die Flüchtlinge. Daneben kümmern wir uns auch nach wie vor um unsere laufenden Projekte, die die RMS bereits seit 19 Jahren in der Ukraine führt.

Das alles werde ich auch weiter tun, bis der Sieg kommt und die Sirenen nicht mehr schreien und die EOL-Kunden wieder nach Lemberg kommen und ich ihnen begeistert meine Stadt wieder zeigen kann.


Anna Kolomijzewa, EOL-Reiseleiterin in Chakiw

Liebe EOL-Reisende, liebe Ukraine-Freundinnen und Ukraine-Freunde, ich möchte mich von ganzem Herzen für Ihr Mitgefühl für die Ukraine bedanken. Das ist wohl nicht nur mit Ihrer Menschlichkeit verbunden, sondern auch damit, dass Sie die Ukraine persönlich gesehen und erlebt haben. Und wer unser schönes Land kennt, liebt es. Als der Krieg ausbrach, war ich in meiner Heimatstadt Charkiw. Ich verbrachte dort fünf weitere Wochen und habe miterlebt, wie sich die Stadt verändert, wie tapfer sie kämpft. Das war eine sehr wertvolle Erfahrung. Doch der Krieg ist mit großer Müdigkeit verbunden, deswegen habe ich beschlossen, die Ukraine zu verlassen. Weitere vier Wochen war ich überall in Europa unterwegs und landete schließlich in der wunderbaren Stadt Berlin. Mir geht es gut, meiner Familie auch. Unsere Wohnung in Charkiw steht noch. Wer weiß, wie lange noch. Wir bleiben weiterhin stark und hoffen auf den baldigen Sieg. Es lebe die Ukraine!


Valentyna Seljuk, EOL-Reiseleiterin in Odessa

Gestern habe ich zum ersten Mal Angst gehabt. Das Einkaufszentrum, das zerstört wurde, befindet sich nicht weit von meinem Haus. Meine Wohnung befindet sich im 14. Stock, ich habe alles gehört und gesehen. Jetzt ist Odessa an der Reihe, wie eine „Kirsche auf der Torte“. Mit blutendem Herzen hören wir die Nachrichten aus Mariupol. Der Bruder meiner Freundin kämpft dort. Das Rote Kreuz, die UNO u.a. sind hilflos. Wer regiert in dieser Welt? Ein Ungeheuer aus dem Bunker, Gasprom, Rosneft, wer? Ein Soldat von Asow hat gesagt: Es scheint, wir sind alle Teilnehmer einer Reality-Show. Wenn ich höre, wie einige Politiker über die Ukraine sprechen, denke ich, er hat recht.

 


Marija Iwanytska, EOL-Reiseleiterin in Kyjiw und Podolien-Wolhynien

Liebe Freunde, vom ganzen Herzen bedanke ich mich für Ihre Solidarität und Unterstützung! Es ist wirklich rührend, dass so viele, die in der Ukraine dank EOL waren, mich angerufen oder mir geschrieben haben, um Hilfe anzubieten. Das bedeutet zum einen, dass Studienreisen einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung leisten, aber zum anderen bedeutet das auch, dass Sie ein offenes Ohr und offene Herzen für uns haben. Wir wissen das zu schätzen!

In diesem barbarischen Krieg verfolgt Russland nicht das Ziel, Kompromisse zu finden, sondern will den eigenen Einfluss in (Ost)Europa bewahren, die Ukraine und eventuell andere Staaten zurück ins Imperium holen und aus einer Position der Stärke die ganze Welt in Angst halten, damit niemand es wagt, sich gegen Russland zu stellen. Das alles bedeutet letztendlich Folgendes: Wenn sich die Ukraine nicht wehren kann und sich ergibt, zeigt die Welt dem Aggressor, dass er weiter gehen kann, weil die ganze Welt ihm entgegenkommt. Und wie die Geschichte uns lehrt, kann Appeasement-Politik einen Krieg nicht stoppen, sondern erhöht nur den Appetit des Aggressors.

Daher braucht die Ukraine dringend Waffen – nicht nur, um das eigene Land zu retten, sondern, um Europa vor der dumpfen Gewalt und den Gräueltaten der russischen Armee zu schützen. Wir danken all denen, die das verstehen und handeln, und wir rufen alle anderen auf, nicht wegzuschauen.


Anonym, EOL-Reiseleiterin in Russland

Charkiw, Mariupol, Kiew, Ukraine sind alles Namen, die sofort bei mir Heulen auslösen. Es ist jetzt wirklich nicht die richtige Zeit zu erklären, dass wir das alles nicht gewollt haben ... Natürlich treffen die Sanktionen auch Regime-Gegner und die „einfachen Leute“. Es gibt aber momentan kein anderes Mittel, den Krieg zu stoppen, denke ich. Uns persönlich geht es einigermaßen gut, ich glaube, erst im Sommer werden wir die Sanktionen so richtig zu spüren bekommen. Inzwischen haben viele Bekannte und Gleichgesinnte das Land verlassen. Die Stimmung ist katastrophal, so oder so werden wir den Kürzeren ziehen. Die Hauptsache ist, dass der Krieg gestoppt wird, alles andere kann man überstehen. Wir versuchen irgendwie weiterzuleben, aber das ist nicht einfach, aus moralischer Sicht.


Anonym, EOL-Reiseleiterin in Russland

Nach Putins Invasion in die Ukraine sind die Folgen für alle Bereiche unseres Lebens katastrophal. Nicht zuletzt auch für den Tourismus. Viele Hotels und Lokale werden bis September sicher schließen müssen, vor allem kleine. Für mich und andere Reiseleiterinnen und Fremdenführerinnen bedeutet dies, keinen Job mehr zu haben. Mit großen Hoffnungen habe ich nach der Pandemie viele Pläne geschmiedet, um wieder Geld zu verdienen. Viele Reiseunternehmen, wie z.B. für Kreuzfahrtschiffe haben noch im Februar alle Buchungen getätigt und wir Reiseleiter mussten unsere Lizenzen für die Museen bezahlen. Jetzt aber ist alles gestrichen. Glück haben diejenigen, die noch eine feste Stelle als Deutsch-Lehrer haben - an der Uni oder in der Schule. In meinen Kopf gibt es kein Verständnis für die Gründe dieses Einmarschs. Und besonders krank machen mich die vielen Leute, die das ganze unterstützen; sie glauben wirklich an diesen ausgedachten Feind aus der Ukraine und dem Westen. Ich wünsche nur, dass irgendwann (hoffentlich bald) alle Schuldigen vor Gericht kommen.

Anmerkung: Wir haben diesen Beitrag gegen den Wunsch unserer Reiseleiterin anonymisiert.

HILFE & SPENDEN

Spenden an die Renate-Merkle-Stiftung

Unsere Lemberger Partnerin und Reiseleiterin Halyna Tomkiw arbeitet zusammen mit ihrem Mann seit 20 Jahren für die Renate-Merkle-Stiftung. Sie organisieren derzeit Soforthilfe für die Menschen in den zerstörten Städten und für die Armee. Konkret wird jeden Abend eine Liste mit benötigten Materialien erstellt, die sie in Polen bestellen, mit Stiftungsgeldern bezahlen und über ein Zwischenlager in Przemyśl erhalten. Von Lemberg aus verschicken Sie die Hilfsgüter an die Front und in die zerstörten Städte, u.a. nach Charkiw, Kyjiw, Sumy.

Sie können diese Arbeit konkret unterstützen mit einer Spende an das Stiftungskonto:

Renate Merkle Stiftung
Volksbank Breisgau Markgräflerland eG
IBAN: DE25 6806 1505 0035 2758 00
BIC: GENODE61IHR
Verwendungszweck: Soforthilfe Ukraine 
(Spendenquittung ab 200 Euro wird ausgestellt, wenn die Adresse in der Überweisung angegeben wird) Mit Hilfe der bisher gesammelten Spenden, viele davon auch von EOL-Kunden, konnten Medikamente für mobile und lokale Krankenhäuser, Schutzausrüstung für Soldaten, Windeln und Bettwäsche für Waisenkinder gekauft werden. Vielen Dank dafür! Ihre Spenden sind weiterhin herzlich willkommen!

Spenden an die Stiftung "Neue Familie"

Unsere Czernowitzer Partnerin und Reiseleiterin Tetjana Bereschna ist Vorsitzende der Stiftung "Neue Familie", die sich seit über zwanzig Jahren für die Gesundheit von Drogenkonsument*innen einsetzt. Schwerpunkt der Arbeit war vor dem Krieg die Prävention von HIV/Aids und anderer ansteckender Krankheiten. Seit 2022 hat sich die Lage dramatisch verändert und die Stiftung hilft - zusätzlich zu ihrer regulären Arbeit mit Drogensüchtigen- auch den nach Czernowitz und in die Bukowina geflüchteten Menschen. Sie kümmert sich um verwaiste Kinder, unterstützt die Menschen mit Nahrung, Medikamenten und psychologischer Hilfe. Auch leitet sie Hilfsgüter in die stärker vom Krieg betroffenen Städte und an die Front weiter.

Sie können die Arbeit der Stiftung mit einer Spende unterstützen:

Stiftung "New Family"
EURO
Beneficiary  CF “ New Family”
Account   26007924421083
Bank of beneficiary
SWIFT   UGASUAUK
IBAN  UA173204780000026007924421083
UKRGASBANK
1 Yerevanska wul., Kyiv 03087, Ukraine
www.ukrgasbank.com

UNSERE REISEN

Wie halten wir es mit unseren Reisen?

Ukraine

Unsere Reisen in die Ukraine müssen wir schweren Herzens vorerst aussetzen. Reisen in die Ukraine sind für uns derzeit nicht möglich. Wir sind tief beeindruckt von dem Mut der Ukrainerinnen und Ukrainer, die für ihr Land, für die Freiheit und für Europa kämpfen. Sobald es wieder möglich sein wird, sicher in die Ukraine zu reisen, werden wir dies auch tun. Sie können sich hierzu auf unserer Webseite oder über unseren Newsletter informieren.

Russland und Belarus

Unsere Reisen nach Russland und Belarus werden wir bis auf Weiteres nicht anbieten. Wir wollen die menschenverachtenden Regime in diesen Ländern nicht unterstützen. Wir wissen, dass dies auch unsere russischen Partnerinnen und Partner trifft, die nicht mit der Regierung und dem Krieg einverstanden sind und die ebenfalls wütend und verzweifelt sind.

Lassen Sie uns nicht die Hoffnung verlieren und die Ukraine mit ihren wunderbaren Menschen weiterhin unterstützen sowie das menschenverachtende Putin-Regime ächten und isolieren!

 

SVITLO ZI SCHODU - СВIТЛО ЗІ СХОДУ - EX ORIENTE LUX

Fragen an Ex Oriente Lux?

 

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D-10119 Berlin

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fon: +49 (030) 62 90 82 05

fax: +49 (030) 62 90 82 09

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Wir sind für Sie da:

Montag-Freitag 10-17 Uhr

 

Sie können uns telefonisch, per Mail oder Fax erreichen. Wir helfen Ihnen gerne weiter!

 

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