28,15,0,50,1
1,600,60,1,5000,1000,20,2000
90,300,1,50,12,25,50,1,70,12,1,50,1,1,1,5000
0,1,0,0,0,40,10,5,0,1,0,15,0,1
Triest vom Justushügel. Foto: Thomas Reck
Triest vom Justushügel
Triest vom Justushügel
Große Synagoge. Foto: Thomas Reck
Große Synagoge
Große Synagoge
Molo Audace. Foto: Thomas Reck
Molo Audace
Molo Audace
Canale Grande. Foto: Thomas Reck
Canale Grande
Canale Grande
Börsenplatz in Triest. Foto: Thomas Reck
Börsenplatz in Triest
Börsenplatz in Triest
Cafe San Marco: Foto: Thomas Reck
Cafe San Marco
Cafe San Marco
Muggia. Foto: Thomas Reck
Muggia
Muggia

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Trieste - Trst - Triest

Spektakuläre Vielfalt und „unnennbare Menge von Schönheit“ (Schinkel)

 

ÜBERBLICK

 

Mit Ausflügen nach Grignano (Miramare), Duino, in die Karstdörfer Sales, Basovizza, Prosecco und nach Muggia

Premierenreise 2021

 

Auf unserer Reise in die „Stadt der Winde“ beschäftigen wir uns mit folgenden Themen:

  • Das antike Tergeste
  • 500 Jahre Österreich
  • Der Hafen als Österreichs Tor zur Welt. Stadt der Immigration und Emigration
  • Italienische Insel im slowenischen Meer: das schwierige Verhältnis von Italienern und Slowenen. Juden, Armenier, Griechen, Kroaten, Serben, Österreicher u.v.a. in der Vielvölkerstadt. Leben mit-, neben- und gegeneinander
  • Wechselhaftes 20. Jahrhundert: Niedergang der KuK-Monarchie, Erfolg der italienischen Nationalbewegung des Risorgimento, Sieg des italienischen Faschismus mit Unterdrückung des Slowenischen, deutsche Besatzung 1943–45 mit Etablierung des KZ San Sabba und Deportation der Juden, Racheaktionen und Kampf um die Stadt zum Kriegsende, Flucht und Vertreibung der Italiener aus Istrien, das „Freie Territorium Triest“ 1947–54, die Stadt an der Schnittstelle des Kalten Krieges. Randlage bis in die 1990er, Re-Zentralisierung in der erweiterten EU
  • Zeitweilige italienische Hauptstadt der Psychoanalyse (Freudschüler Edoardo Weiss) und der Antipsychiatriebewegung (Weissschüler Franco Basaglia)
  • Literaturstadt: Slataper, Svevo, Joyce, Rilke, Saba, Pahor, Magris, Heinichen
  • Aktuelle Probleme und Perspektiven
  • Landschaft und Leute, Klima und Küche: Karst und Adria, Winde und Wein

 

REISE

 

Große Vielfalt und „unnennbare Menge an Schönheit“ (Schinkel)

Zwar wurde Triest unter dem Namen Tergeste schon unter Julius Cäsar 46 v. Chr. römische Kolonie, begab sich 1382 vor venezianischer Bedrängnis unter habsburgischen Schutz, war aber bis ins 18. Jahrhundert kein bedeutender Ort mit nicht einmal 5.000 Einwohnern.

 

Immigrationsstadt ab dem 18. Jahrhundert

Börsenplatz in Triest
Börsenplatz in Triest

Erst dann kam es unter Kaiser Karl VI. (Erklärung der Stadt zum Freihafen 1719) und seiner Tochter Maria Theresia zu einer dynamischen Entwicklung: Abriss der Stadtmauern, Hafenerweiterung, Anlegung neuer Wohnviertel und insbesondere die Einladung verschiedener Völker unter Gewährung von Steuerprivilegien, Wohnsitz- und Religionsfreiheit waren die Eckpunkte. Juden, Orthodoxe, Protestanten, Armenier, Griechen, diverse Slawen, Deutsche, Schweizer und andere kamen in die Stadt, die auch eine zunehmende Anziehungskraft auf die slowenische Bevölkerung des Umlandes ausübte. Die Einwohnerzahl versechsfachte sich im Lauf des 18. Jahrhunderts, Triest wurde zur Stadt der Immigranten.

 

Boomtown im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert ging das Aufblühen noch rasanter weiter. Napoleon, dessen Franzosen zwischen 1797 und 1813 drei Mal als Besatzer vor Ort waren, sprach von der „wahren Hauptstadt der Adria“. Tatsächlich war im „zentralsten Hafen Europas“ über lange Zeit das stärkste Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum des Kontinents zu registrieren. Ende des Jahrhunderts war Triest mit etwa 200.000 Einwohnern zur dritten Stadt des österreich-ungarischen Reiches und zum weltweit drittwichtigsten Hafen avanciert.

Fahrt nahm in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auch die Entwicklung nationalen Bewusstseins auf, es entstanden irredentistische Bewegungen der beiden größten Gruppen: italienische und slowenischslawische. Zunächst stand die Konzentration auf sich selbst und die Abkehr von Österreich im Mittelpunkt

 

Ende der Monarchie, Republik, Faschismus

James Joyce am Canal Grande
James Joyce am Canal Grande

Das ging mit der Zeit in Konkurrenz und Gegnerschaft über, wobei die Sicht der italienischen städtischen Mehrheit (Anfang des 20. Jh. 70%) auf die slowenische Minderheit in weiten Teilen von Ignoranz und Arroganz geprägt war (im ländlichen Umland stellten die Slowenen dagegen ca. 75%).

An der Jahrhundertwende stehen die Anfänge Triests als Literaturstadt von internationalem Rang: Die jüdischen Italiener Italo Svevo, Umberto Saba und der Ire James Joyce sind dabei die bedeutendsten Namen. Rainer Maria Rilke weilte 1912 als Gast der Gräfin Maria von Thurn und Taxis-Hohenlohe einige Zeit im nahe gelegenen Schloss Duino, Inspirationsort seiner Duineser Elegien. Triest hingegen mochte er nicht.

Der Niedergang der KuK-Monarchie fand im 1. Weltkrieg seinen Höhepunkt und Abschluss, Triest wurde italienisch, war damit nicht mehr Tor Mitteleuropas zum Mittelmeer, sondern nur noch einer der vielen italienischen Häfen. Claudio Magris und Angelo Ara konstatieren „eine radikale und irreversible Veränderung seiner Position und historischen Rolle. Es zerreißt das politische Band zum Donau-Balkan-Raum, das Triest zu Wohlstand und Größe verholfen und seinen Rang als europäische Stadt bestimmt hatte“.

Kurz danach kam es zum faschistischen Putsch (1922) mit Unterdrückung des Slowenischen, Verbot der Sprache, Zwangsumbenennung von Orts- und Familiennamen. Schon 1920 war das slowenische Volkshaus „Narodni Dom“ von italienischen Nationalisten in Brand gesteckt worden.

Nach der Machtübernahme der Nazis in Deutschland verschlechterte sich auch die Situation der italienischen Juden, wenngleich die staatliche italienische Politik lange Zeit weit weniger judenfeindlich war als die deutsche. Mussolini verkündete 1938 auf der Piazza dell’Unità d’Italia die antijüdischen „Rassengesetze“, der Triester Hafen diente noch bis 1943 der Emigration nach Palästina.

Mit dem Fall des Faschismus begann 1943 die deutsche Besatzung Triests und die Einrichtung der „Operationszone Adriatisches Küstenland“, die Deportation der Juden, die Einrichtung eines KZ in der ehemaligen Reismühle San Sabba. Nach dem „Endsieg“ sollte Triest zum „deutschen Hafen“ werden.

 

Marginalisierung und Rückkehr

Blick auf Triest
Blick auf Triest

Gegen Ende des Krieges und danach kam es zu Vergeltungsaktionen jugoslawischer Partisanen an Italienern, Triest wurde für 40 Tage von Tito- Partisanen besetzt, die Stadt für Jugoslawien reklamiert. Das wollten die anglo-amerikanischen Alliierten verhindern und besetzten ihrerseits die Stadt. 1947 wurde das „Freie Territorium Triest“ (FTT) offiziell als konstitutionelle Republik gegründet, das Gebiet unterteilt in die Besatzungszonen A (Triest und Vororte unter britisch-amerikanischer Aufsicht) und B (Istrien, slowenische/kroatische Küste unter jugoslawischer Verwaltung). Die italienische Bevölkerung Istriens verließ zu großen Teilen ihre Heimat Richtung Triest und Italien. Das FTT war zunächst eine wichtige Ost-West- Schnittstelle im Kalten Krieg, nach dem Bruch zwischen Tito und Stalin nahm die Bedeutung ab. 1954 kam es zur faktischen Auflösung: die Zone A ging an Italien, B an Jugoslawien. Die entstandene Randlage Triests führte zu wirtschaftlichem Niedergang, Zehntausende emigrierten nach Australien, Argentinien, in die USA.

Eine slowenische Minderheit existierte weiter, bis heute. Ab den 1970ern ließ sich eine partielle Annäherung und aufkeimendes gegenseitiges Interesse zwischen Italienern und Slowenen feststellen. Gleichzeitig bestehen Ressentiments auf beiden Seiten fort, vieles harrt noch einer redlichen Aufarbeitung. Nach dem Ende Jugoslawiens und dem EU-Beitritt Sloweniens 2004 entstanden neue Perspektiven, Triest befindet sich wieder in der Mitte Europas. Ob nun als östlichste Stadt West- oder westlichste Osteuropas, nördlichste Süd- oder südlichste Nordeuropas?

Womöglich alles zugleich. Man kann es auch so sehen, wie Veit Heinichen und Ami Scabar schreiben:

„In Triest geht’s einem gut, auch ohne dass man etwas tut“. „Die Stadt verfügt über die dritthöchsten Spareinlagen des Landes und einen Reichtum an Natur, der einzigartig ist: das Meer vor dem Haus, den Karst im Rücken und eine große Zukunft – hinter sich, wie ein Freund aus Mailand scherzte.“

 

PROGRAMM

 

Vorgesehenes Reiseprogramm Triest

Tag Programm
1. Tag
  • Abfahrt ab München (ca. 12.00 Uhr) mit dem Zug via Villach und Udine nach Triest (Ankunft gegen 20.00 Uhr) (andere Bahnverbindungen oder Anreise per Flug individuell möglich)
2. Tag
  • Annäherung: Führung durch das Stadtzentrum (Uferpromenade, Altstadt, San Giusto u.a.)
3. Tag
  • Busfahrt zum Schloss Miramare in Grignano. Spaziergang durch den Schlosspark, Führung im Schloss
  • Leichtwanderung (ca. 1 h) auf dem Rilkeweg mit wunderbaren Ausblicken von Sistiana nach Duino
  • Auf den Karst nach Sales. Keller (Wein und Schinken)- Besichtigung und Essen beim Karstbauern Bajta
  • Weiterfahrt zum Denkmal für die Foiba von Basovizza. Informationen über die Verbrechen, die zu Kriegsende in den Karst-Foiben begangen wurden und über den Geschichtsstreit darum
4. Tag
  • Das jüdische Triest: Besuch des jüdischen Museums, der Synagoge und des jüdischen Friedhofs
  • Besuch des Museums der Italiener Istriens und Dalmatiens: Flucht und Vertreibung 1945
  • Besuch der Gedenkstätte des KZ „Risiera di San Sabba“. Informationen über die deutsche Okkupation Triests
5. Tag
  • Begehung des Geländes des unter Denkmalschutz stehenden alten Hafens
  • ÖPNV-Fahrt zum Park San Giovanni. Spaziergang durch den Park mit Informationen zur früheren „Irrenanstalt“ und Triest als italienischer Hauptstadt der Psychoanalyse und Psychiatriereform
6. Tag
  • Besuch im „Slowenischen Forschungsinstitut“. Vortrag über Geschichte und Gegenwart der Slowenen in Triest
  • Bootsfahrt nach Muggia: die historischen Besonderheiten des Nachbarortes
7. Tag
  • Besuch bei der Flüchtlingshilfsorganisation ICS: Die aktuelle Situation von Flüchtlingen in der Stadt
  • Fahrt mit der Tram oder dem Bus nach Opicina
  • Leichtwanderung (ca. 1,5 h) auf dem sehr schönen Panoramaweg nach Prosecco auf dem Karst
  • Einkehr in einer Osmiza (Besen-/Straußenwirtschaft)
8. Tag
  • Triest als Literaturstadt: Spaziergang mit Svevo, Saba, Joyce, Rilke, Magris, Heinichen, Covacich u.a. Besuch des Café San Marco
  • Zeit zur freien Verfügung
9. Tag
  • Abfahrt (ca. 8.00 Uhr) per Bahnbus oder Zug via Villach nach München (Ankunft ca. 14.30 Uhr)

 

(Programmänderungen vorbehalten. Die Reisezeiten per Bahn können sich noch verändern.)

Triest

 

PREISE & LEISTUNGEN

 

Preis 2021:

  • Reisepreis: € 1.770,-
  • Bei eigener An-/Abreise bis/ab Triest: € 1.620,-

Im Preis enthalten sind:

  • Vorbereitungsmaterialien
  • Bahn-/Busfahrten, 2. Kl. München-Villach-München (EC), Villach- Udine (Railjet)-Triest (Regionalzug)-Villach (ÖBB-Bus)
  • 8 Übernachtungen im DZ (Bad/WC) im erstklassigen Hotel „Savoia Excelsior Palace“ in bester zentraler Lage
  • Halbpension (7 Tage)
  • Komplette Programmkosten, Eintrittsgelder und Reiseleitung (EOL und italienische Reiseleitung)

Zusätzliche Kosten (fakultativ):

  • Einzelzimmer: € 240,-
  • Zimmer mit Meerblick (nach Verfügbarkeit), wenn gewünscht:
    Einzelzimmer mit Meerblick: € 480,–
    Doppelzimmer mit Meerblick: € 120,– pro Person

 

HINWEISE

 

Einreiseinformationen

  • Deutsche Staatsangehörige: Sie benötigen einen Personalausweis oder Reisepass, der mindestens über das Ende der Reise hinaus gültig ist
  • Staatsangehörige anderer Staaten: Wir informieren Sie gerne über die Einreisebestimmungen
  • Es sind keine Impfungen vorgeschrieben
  • Bitte beachten Sie auch die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts

 

 

LUCE DALL'ORIENTE - EX ORIENTE LUX

ITALIEN

Italien

Termine

 

24.04 - 02.05.2021

 

Warteliste

 

 

09.06 - 17.06.2021

 

Warteliste

 

 

23.06 - 01.07.2021

 

Warteliste

 

 

04.09 - 12.09.2021

 

Warteliste

 

 

19.10 - 27.10.2021

 

Warteliste

 

Aktuelles Wetter

 

Uhrzeit in Triest

Fragen an Ex Oriente Lux?

 

Ex Oriente Lux Reisen
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D-10119 Berlin

Deutschland - Germany

 

fon: +49 (030) 62 90 82 05

fax: +49 (030) 62 90 82 09

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Wir sind für Sie da:

Montag-Freitag 10-17 Uhr

 

Sie können uns telefonisch, per Mail oder Fax erreichen. Wir helfen Ihnen gerne weiter!

 

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