










Slowenien
ÜBERBLICK
Mit Exkursionen in die Julischen Alpen (Soča-/Isonzotal) und an die Adria (Piran, Koper)
„Sowohl die Führung durch Ljubljana als auch durch Piran waren sehr interessant und boten jeweils einen guten Einblick in die Städte. Auch die Fahrt in die Berge war spannend.“
Malte Dierwald, September 2025
Themen der Reise:
- Österreichische und venezianische Einflüsse und Herrschaftsstrukturen
- Sloweniens Position im Ersten und Zweiten Jugoslawien
- 2. Weltkrieg: Germanisierung, Italienisierung, Partisan*innenbewegung und Domobranci
- Zerfall Jugoslawiens und Sloweniens Unabhängigkeit
- Slowenien als Mitglied der NATO und der EU
- Jugendstil und Plečnikbauten: Architektur Ljubljanas
- Nova Gorica und Gorizia: (erste grenzüberschreitende) Kulturhauptstädte 2025
- Alpen, Karst und ca. 50 km Adria: Große Vielfalt auf kleinstem Raum
- Zahlreiche Gespräche mit Slowen*innen bieten Einblicke aus erster Hand
REISE
Große Vielfalt auf der Größe Hessens
Slawentum zwischen Wien und Venedig
Im 6. Jahrhundert n. Chr. wanderten slawische Menschen in das Gebiet des heutigen Slowenien ein. Von 626 bis 745 existierte das selbstständige slawische Fürstentum Karantanien, welches als politisches Zentrum der slowenischen Ethnogenese gilt. Danach
kam das Land unter die Oberherrschaft der Baiernherzöge und später unter Karl den Großen zum fränkischen Kaiserreich. Ab dem 13. Jahrhundert gerieten die slowenischen Siedlungsgebiete schrittweise unter habsburgische Kontrolle, während Venedig Teile der istrischen Adriaküste und Friaul beherrschte.
Anfänge eines slowenischen nationalen Erwachens fallen in die Zeit der Reformation: Forderungen nach Gottesdienst und Predigt in der Volkssprache wurden laut, der Geistliche Primož Trubar schuf mit seiner Übersetzung des Neuen Testaments die Grundlage der heutigen slowenischen Schriftsprache.
Die Gegenreformation erstickte diese Entwicklungen zunächst, doch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kam es durch die Reformen Maria Theresias und Josephs II. zu einem erneuten Aufschwung.
Die nationale Bewegung erfuhr weiteren Auftrieb durch die Französische Revolution und die kurzzeitige Zugehörigkeit Sloweniens zu den „Illyrischen Provinzen“ (1809–1813) des französischen Kaiserreichs, mit Ljubljana als Hauptstadt.
Nach dem Wiener Kongress 1815 kam Slowenien zurück zu Österreich, und trotz des Metternichschen Absolutismus blühte die nationale Identität, besonders in Sprache und Kultur. Eine herausragende Rolle spielte dabei der Dichter France Prešeren.
Politische Erfolge blieben jedoch aus, da Forderungen nach einem eigenen Kronland und einer slowenischen Universität in Ljubljana bis 1918 von den Herrschenden verhindert wurden. So gewann die Idee des Jugoslawismus ab Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend Anhänger. Nach dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie kam es am 29.10.1918 zur Proklamation des unabhängigen „Staates der Serben, Kroaten und Slowenen“ (ab 1929 diktatorisch regiertes „Königreich Jugoslawien“).
„Jugoslawische Preußen“ und „heimliche Schwaben“
Die Jahrhunderte lange österreichisch-deutsche Herrschaft (und in geringerem Maße die venezianische) hat in vielen Bereichen - Architektur, Sprache, Alltag - Spuren hinterlassen. So galten die Slowen*innen in Jugoslawien als die „jugoslawischen Preußen“, aufgrund ihrer Sauberkeitsliebe wurden sie manchmal auch als „heimliche Schwaben“ bezeichnet.
Das erste Jugoslawien, eine Monarchie, stellte für Slowenien eine große Enttäuschung dar. Nach der Volksabstimmung in Kärnten und dem Vertrag von Rapallo im Jahr 1920 lebte ein Viertel der slowenischen Bevölkerung außerhalb der Landesgrenzen. Innenpolitisch sorgten der serbische Zentralismus und die daraus resultierende Dominanz für Unzufriedenheit.
1941 wurde Slowenien zwischen Deutschland, Italien und Ungarn aufgeteilt. Der deutsche Teil wurde brutal germanisiert und musste sich dem „Steirischen Heimatbund“ anschließen. Widerstand wurde hart bestraft – durch Internierung oder Deportation.
Gegen die Besatzung formierte sich die kommunistisch dominierte Partisan*innenbewegung, die mit Unterstützung der Alliierten das Land im Frühjahr 1945 von den Deutschen befreite. Ebenfalls Widerstand leisteten die sogenannten „Domobranci“ (Heimwehr), die aber vorwiegend gegen die Kommunist*innen kämpften und deren Rolle bis heute umstritten bleibt. Im Sommer 1945 wurden etwa 11.000 Domobranci im Karstgebiet ermordet.
Diese und andere Taten nach 1945 sowie der Gesamtcharakter des kommunistischen Staates sind Gegenstand einer andauernden Vergangenheitsdebatte, die die slowenische Gesellschaft bis heute polarisiert.
Das Ende Jugoslawiens und Unabhängigkeit
Einigkeit bestand jedoch in dem Wunsch nach Unabhängigkeit. Nach Titos Tod 1980 wuchs die Unzufriedenheit mit den jugoslawischen Verhältnissen und dem zunehmenden serbischen Dominanzstreben. Zusätzlich empfanden die Slowen*innen es als ungerecht, als wohlhabendste Republik den armen Süden Jugoslawiens unterstützen zu müssen. So stimmten beim Referendum am 26. Dezember 1990 88,5 % für die Unabhängigkeit Sloweniens, die am 25. Juni 1991 offiziell erklärt wurde. Daraufhin folgte der „10-Tage-Krieg“ gegen die Jugoslawische Volksarmee, der im Vergleich zu den späteren Konflikten in Kroatien und Bosnien-Herzegowina weniger Opfer forderte (etwa 60 Todesopfer).
Seither hat sich vieles verändert. 2004 trat das als „Musterbeispiel“ unter den Beitrittskandidaten bezeichnete Land der EU und der NATO bei. Häufig wurde der alpin-adriatischen Republik innerhalb der EU eine wichtige Brückenfunktion zu den anderen postjugoslawischen Staaten angetragen. Dennoch begann 2011 Sloweniens Ruf als wirtschaftlich solider und erfolgreicher EU-Staat etwas zu bröckeln. Zu den vielfältigen Ursachen zählte auch der wiederaufflammende Streit um die Piraner Bucht. Aus Zagrebs Sicht verläuft die Grenze durch die Mitte der Bucht, weshalb Kroatien den Schiedsspruch der EU von 2017, der den Großteil der Bucht Slowenien zusprach, nicht akzeptierte und weiterhin auf eine Teilung besteht.
PROGRAMM
Vorgesehenes Reiseprogramm
| Tag | Programm |
|---|---|
| 1. Tag |
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| 2. Tag |
Ljubljana – Annäherung an die Stadt
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| 3. Tag |
Die Bedeutung Jože Plečniks
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| 4. Tag |
Erster Weltkrieg in Slowenien, julische Alpen & die jüngste Stadt Sloweniens
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| 5. Tag |
Kulturhaupstädte 2025, Karst & Venezianische Adria
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| 6. Tag |
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| 7. Tag |
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PREISE & LEISTUNGEN
Preise 2026:
- € 1.630,– ohne An-/Abreise (ab Ljubljana/bis Piran oder Villach)
- € 1.770,– inkl. Gruppenbahnfahrt (ab/bis München)
Im Preis enthalten sind:
- Vorbereitungsmaterialien
- Falls gebucht: Bahnreisen München-Ljubljana/Villach-München
im EC (2. Kl.) - Alle Reisebusfahrten im Land ab/bis Villach
- 6 Übernachtungen im DZ (Bad/WC) in Mittelklassehotels in Ljubljana (3, City Hotel oder B&B, sehr zentral), Nova Gorica (1, Hotel Lipa) und Piran (2, Hotel Barbara Fiesa)
- Halbpension (6 Tage)
- Komplette Programmkosten, Eintrittsgelder und Reiseleitung (EOL und slowenische Reiseleitung)
Zusätzliche Kosten (fakultativ):
- Einzelzimmer: € 340,–
HINWEISE
Einreiseinformationen
- Deutsche Staatsangehörige: Bei einem Aufenthalt in Slowenien müssen deutsche Staatsangehörige in der Lage sein, sich durch einen gültigen amtlichen Lichtbildausweis (Pass; Personalausweis) zur Person ausweisen zu können. Kann die Identität einer Person gegenüber der slowenischen Polizei nicht durch ein Reisedokument nachgewiesen werden, droht ein hohes Bußgeld.
- Staatsangehörige anderer Staaten: Wir informieren Sie gerne über die Einreisebestimmungen
- Bitte beachten Sie unsere organisatorischen Hinweise
- Bitte beachten Sie auch die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts
