
















Podlachien
Kulturelle Vielfalt im polnisch-litauisch-belarussischen Grenzland
ÜBERBLICK
Białystok – Hajnówka – Białowieża-Urwald – Krynki – Kruszyniany – Tykocin – Jedwabne – Wigry-See – Sejny – Krasnogruda
„Es war eine großartige Reise - in jeder Hinsicht! Die unterschiedlich gepflegten bzw. verwahrlosten jüdischen Friedhöfe, Jedwabne mit seinen 2 ,Gesichtern‘...“
Barbara Brix, September/Oktober 2025
Themen unserer Reise durch den Nordosten Polens:
• Vielfalt der Kulturen: Tataren, Belarussen, Orthodoxe, Litauer, Juden
• Holocaust: Ghetto-Aufstand in Białystok, Verbrechen der deutschen Besatzungstruppen, Pogrome an der jüdischen Bevölkerung durch ihre Nachbarn u.a. in Jedwabne
• Ludwik Zamenhof: Erfinder der Plansprache Esperanto
• Polens UNESCO-Nationalpark: Białowieża-Urwald
• Historisches Trauma: Deportationen nach Sibirien
• Expertengespräche: Informationen zur aktuellen politischen und wirtschaftlichen Situation in Polen, zu Podlachien sowie zur Flüchtlingssituation an der belarussischen Grenze
• Literatur: Poesie des polnischen Literaturnobelpreisträgers Czesław Miłosz sowie Literatur aus und über Podlachien
REISE
Kulturelle Vielfalt im polnisch-litauisch-belarussischen Grenzland
Ganz im Nordosten Polens liegt die Woiwodschaft Podlachien (Podlaskie). Sie umfasst die historische Region Podlachien und das polnisch-litauisch-belarussische Grenzland um die Stadt Suwałki (Suwalszczyzna). Seen, Wälder und ländliche Idylle prägen die Landschaft. Białystok ist mit knapp 300.000 Einwohnern die einzige Großstadt der Region. Und so weltabgeschieden Podlachien auch scheinen mag, liegt es doch im Herzen Europas. Der Kartograf und Astrologe Szymon Antoni Sobiekrajski verortete hier 1775 den geografischen Mittelpunkt des Kontinents – neuere Berechnungen haben diesen nur wenig weiter nach Litauen verschoben.
Tataren, Belarussen, Orthodoxe
Wohl nirgends lässt sich der einst reichen sprachlichen, religiösen und kulturellen Vielfalt Polens besser nachspüren als in Podlachien. „Podlachien ist ein Ersatz für die verlorenen östlichen Grenzgebiete im Miniaturformat“ schreiben die Publizisten Paulina und Wojciech Siegień. Die Region stehe „für die Exotik des Ostens, für das Märchen von der einvernehmlichen Multikulturalität an der Grenze, nach der sich einige in der womöglich am wenigsten multikulturellen Nation in Europa sehnen.“
Im Südosten Podlachiens lebt eine belarussische Minderheit, deren Angehörige in den Gemeinden um Hajnówka sogar deutlich in der Mehrheit sind. Orthodoxe Kirchen finden sich in Białystok und vielen Gemeinden im Süden und Osten Podlachiens. Ganz im Norden der Woiwodschaft sind Litauer heimisch. Wie die Angehörigen der belarussischen Minderheit sind auch sie eine autochthone Bevölkerungsgruppe, die durch Nationalstaatsbildung und Grenzverschiebung zur nationalen Minderheit in Polen wurden.
Seit Jahrhunderten siedeln im Osten Polens auch muslimische Tataren, die ursprünglich von der Krim stammen. Im 17. Jh. kämpften sie auf Seiten der Adelsrepublik Polen-Litauen gegen das osmanische Reich, wofür sie vom polnischen König Jan Sobieski mit Land bedacht wurden. Knapp 2.000 Menschen in Polen bezeichnen sich heute noch als tatarisch. Und obwohl in den Dörfern Kruszyniany und Bohoniki an der Grenze zu Belarus nur noch wenige muslimisch-tatarische Familien leben, sind sie dank ihrer hölzernen Moscheen aus dem 19. Jh. und den tatarischen Friedhöfen (mizar) ein Aushängeschild der polnischen Tataren.
Jüdisches Leben & Holocaust
Seit dem 16. Jh. ließen sich Juden in Podlachiens nieder. An der Wende zum 20. Jh. stellten sie in den Städten der Region die Mehrheit der Bevölkerung. Mitte des 19. Jh. verbrachte Ludwik Zamenhof seine Kindheit in Białystok, das sich längst zur bedeutendsten Stadt Podlachiens aufgeschwungen hatte. Mit Schmerzen, so schrieb er später, habe er die gegenseitige Fremdheit von Russen, Polen, Deutschen und Juden in seiner Stadt betrachtet, weshalb er von einer gemeinsamen Sprache für die Menschen zu träumen begann. Noch als Schüler entwickelte er daher die Plansprache Esperanto.
Mit dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion begann die nahezu vollständige Auslöschung der jüdischen Bevölkerung Podlachiens und ihrer Kultur. Am 27. Juni 1941 rückte das deutsche Polizei-Bataillon 309 im zuvor sowjetisch besetzten Białystok ein, trieb Hunderte Juden in die Große Synagoge und brannte diese nieder. Allein an diesem ersten Tag der deutschen Besatzung wurden etwa 2.000 Jüdinnen und Juden ermordet. Vom jüdischen Widerstand gegen die Nationalsozialisten zeugt die Lebensgeschichte von Chaika Grossman, die sich 1943 am Ghetto-Aufstand in Białystok beteiligte und später Alterspräsidentin der Knesset, des israelischen Parlaments, wurde.
In Jedwabne, Radziłów und anderen Schtetln Podlachiens kam es nach dem Einmarsch der Deutschen aber auch zu Pogromen polnischer Bürger an ihren jüdischen Nachbarn. Über die Schuldfrage an diesen Massakern wird in der polnischen Gesellschaft heftig gestritten, seit der polnisch-amerikanische Historiker Jan Tomasz Gross sein Buch „Nachbarn. Der Mord an den Juden von Jedwabne“ im Jahr 2000 veröffentlichte. Anna Bikonts fesselnd zu lesende Reportage „Wir aus Jedwabne“ erzählt auf beklemmende Weise über Hass und Verblendung in und um Jedwabne.
Białystok
Białystok ist eine vergleichsweise junge Stadt, die erstmalig im 16. Jh. Erwähnung fand und seit Mitte des 17. Jh. von der Magnatenfamilie der Branickis zur Residenzstadt ausgebaut wurde. Nach der dritten Teilung Polens gehörte die Stadt ab 1795 für wenige Jahre zu Preußen, von 1807 bis zum Ersten Weltkrieg war Belostok (so der russische Name) eine aufstrebende Stadt im Russischen Reich, seit 1919 ist Białystok wieder Teil des polnischen Staates.
Das Erbe der Branicki und die Industrialisierung im 19. Jh. prägen bis heute das Antlitz der Stadt. Graf Jan Klemens von Branicki (1689–1717) – einer der reichsten Magnaten Polens, Großhetman und gescheiterter Anwärter auf den polnischen Thron – ließ in der ersten Hälfte des 18. Jh. einen prachtvollen Palast in Białystok errichten. Noch heute gilt der nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wiedererrichtete Palast den Einheimischen als ein „polnisches Versailles“.
Einen enormen Zuwachs an Bedeutung erlebte Białystok aber erst Mitte des 19. Jh. mit dem Bau der Bahnstrecke zwischen Warschau und Petersburg, die durch die Stadt verlief. Binnen weniger Jahre vervierfachte sich dank der Industrialisierung die Zahl der Einwohner, insbesondere die Textilindustrie trug zum Aufschwung der Stadt bei.
Gegenwart
In jüngster Zeit ist Podlachien unerwartet in den Fokus Europas gerückt: Abholzungen im geschützten Białowieża-Urwald führten 2016 zum ersten Konflikt zwischen der damaligen rechtskonservativen polnischen Regierung und der EU. Später geriet der Wald erneut ins Schlaglicht internationaler Medien, als an der Grenze zu Belarus ein unmenschliches Flüchtlingsdrama begann, das bis heute anhält. Schließlich ließ Russlands Krieg gegen die Ukraine die Sorgen um die sogenannte Suwałki-Lücke steigen – jener schmalen Landzunge im Norden Podlachiens zwischen Kaliningrad und Belarus, die die baltischen Staaten mit dem übrigen NATO-Gebiet verbindet. Da rücken die alltäglichen Sorgen im landwirtschaftlich geprägten, schwach industrialisierten Podlachien fast in den Hintergrund.
PROGRAMM
Vorgesehenes Reiseprogramm
| Tag | Programm |
|---|---|
| 1. Tag. |
Anreise
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| 2. Tag |
Białystok – Annäherung an die Stadt
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| 3. Tag |
Tagesausflug – Belaruss*innen und der Białowieża-Urwald
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| 4. Tag |
Tagesausflug – Jüdische, orthodoxe und tatarische Einflüsse
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| 5. Tag |
Jüdisches und belarussisches Bialystok
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| 6. Tag |
Jüdische Geschichte und Kultur Podlachiens
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| 7. Tag |
Tagesausflug – Polnisch-Litauisches Grenzland
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8. Tag |
Rückreise
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(Die An- und Abreisezeiten per Bahn können sich aufgrund von Fahrplanaktualisierungen noch verändern)

PREISE & LEISTUNGEN
Preise 2026:
- € 1.670,– ohne An-/Abreise (ab Białystok/bis Warschau)
- € 1.770,– inkl. Gruppenbahnfahrt (ab/bis Berlin)
Im Preis enthalten sind:
- Vorbereitungsmaterialien
- Falls gebucht: Gruppenbahnfahrt (2.Kl.) Berlin–Białystok, Warschau–Berlin im EC/IC
- Alle Reisebusfahrten im Land ab Białystok bis Warschau
- 7 Übernachtungen im DZ (Bad/WC) in Mittelklassehotels in Białystok (5, Hotel Branicki, nah zum Marktplatz) und Suwałki (2, Hotel nad Wigrami, direkt am Wigry-See)
- Halbpension (6 Tage)
- Komplette Programmkosten, Eintrittsgelder und Reiseleitung (EOL und polnische Reiseleitung)
Zusätzliche Kosten (fakultativ):
- Einzelzimmer: € 200,-
HINWEISE
Einreiseinformationen
- Deutsche Staatsangehörige: Sie benötigen einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, der mindestens über das Ende der Reise hinaus noch gültig ist
- Staatsangehörige anderer Staaten: Wir informieren Sie gerne über die Einreisebestimmungen
- Bitte beachten Sie unsere organisatorischen Hinweise
- Bitte beachten Sie auch die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts
Literaturempfehlungen und Vorbereitungsmaterial
- Eine ausführliche Literaturliste erhalten Sie zusammen mit der Buchungsbestätigung
- Rechtzeitig vor der Reise erhalten Sie das für die Reise zusammengestellte Vorbereitungsmaterial
REISEKOMBINATIONEN
Kombinierbar mit:
Podlachien-Litauen (4.7.-19.7.26)
Reisenummern: 16+17
Gesamtreisedatum: 04.07.-19.07.2026 
Komplettpreis: 3580 Euro (Sie sparen: 230 Euro)
Gruppenwechsel: Der Gruppenwechsel findet am 11.7. in Suwałki statt.
Gesamter EZ-Zuschlag: 560 Euro
Reiseleitung:
Katja Kollmann, Monika Sieradzka, Marion Kappler, Rasa Cigiene
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Weitere Infos
Podlachien-Warschau (4.7.-18.7.26)
Reisenummern: 16+18
Gesamtreisedatum: 04.07.-18.07.2026 
Komplettpreis: 2850 Euro (Sie sparen: 170 Euro)
Gruppenwechsel: Der Gruppenwechsel findet am 12.7. in Warschau statt.
Gesamter EZ-Zuschlag: 410 Euro
Reiseleitung:
Katja Kollmann, Monika Sieradzka, Christoph Maisch, Iwona Buczkowska
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Weitere Infos
Krakau-Podlachien (23.8.-5.9.26)
Reisenummern: 25+27
Gesamtreisedatum: 23.08.-05.09.2026 
Komplettpreis: 2840 Euro (Sie sparen: 180 Euro)
Gesamter EZ-Zuschlag: 390 Euro
Reiseleitung:
Lena Demmeler, Pawel Krzak, Sabrina Wallach, Monika Sieradzka
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Podlachien-Litauen-Lettland (4.7.-26.7.26)
Reisenummern: 16+17+19
Gesamtreisedatum: 04.07.-26.07.2026 
Komplettpreis: 5120 Euro (Sie sparen: 400 Euro)
Gruppenwechsel: Die Gruppenwechsel finden am 11.7. in Suwałki und am 18.7. in Riga statt.
Gesamter EZ-Zuschlag: 800 Euro
Reiseleitung:
Katja Kollmann, Monika Sieradzka, Marion Kappler, Rasa Cigiene, Martin Brand , Marija Skurule
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Podlachien-Warschau-Danzig (4.7.-25.7.26)
Reisenummern: 16+18+20
Gesamtreisedatum: 04.07.-25.07.2026 
Komplettpreis: 3990 Euro (Sie sparen: 270 Euro)
Gruppenwechsel: Die Gruppenwechsel finden am 12.7. in Warschau und am 19.7. in Danzig statt.
Gesamter EZ-Zuschlag: 590 Euro
Reiseleitung:
Katja Kollmann, Monika Sieradzka, Christoph Maisch, Iwona Buczkowska, Friedrich Cain, Magdalena Kosko
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Weitere Infos
Podlachien-Warschau-Lodz (4.7.-25.7.26)
Reisenummern: 16+18+21
Gesamtreisedatum: 04.07.-25.07.2026 
Komplettpreis: 3900 Euro (Sie sparen: 250 Euro)
Gruppenwechsel: Die Gruppenwechsel finden am 12.7. in Warschau und am 19.7. in Lodz statt.
Gesamter EZ-Zuschlag: 600 Euro
Reiseleitung:
Katja Kollmann, Monika Sieradzka, Christoph Maisch, Iwona Buczkowska, Katja Kollmann, Lidia Solarek
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Weitere Infos
Danzig-Krakau-Podlachien (16.8.-5.9.26)
Reisenummern: 24+25+27
Gesamtreisedatum: 16.08.-05.09.2026 
Komplettpreis: 3990 Euro (Sie sparen: 270 Euro)
Gesamter EZ-Zuschlag: 560 Euro
Reiseleitung:
Martin Brand , Magdalena Kosko, Lena Demmeler, Pawel Krzak, Sabrina Wallach, Monika Sieradzka
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